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1.FC Sonthofen – FC Stätzling (Samstag)

FC Kempten – 1.FC Sonthofen 1:2 (0:0)

1.FC Sonthofen – FC Stätzling (Samstag)

(von Dieter Latzel)

Es war nichts für schwache Nerven. Der 1.FC Sonthofen hat letzten Mittwoch-Abend das prestigeträchtige „Nachbarschafts-Derby“ beim FC Kempten in der Schlussphase mit 2:1 (0:0) für sich entschieden. Der Bayernliga-Absteiger zeigte einen starken Auftritt. Er hatte am Ende, als die Hütte brannte und richtiges Derby-Fieber aufkam, den längeren Atem. Dieser erste Sieg sollte der jungen Truppe weiteren Auftrieb geben. In der Landesliga-Südwest geht es derzeit Schlag auf Schlag. Zu einem interessanten Kräftevergleich Absteiger gegen Aufsteiger kommt es heute um 17.00 Uhr in der Sonthofer Baumit-Arena. Im dritten Spiel innerhalb einer Woche erwartet der heimische FCS (10./4 Punkte) den Liga-Neuling FC Stätzling (12./3 Punkte). Die letzten Aufeinandertreffen der Kontrahenten fanden vor über 20 Jahren in der damaligen Bezirksoberliga-Schwaben statt und gingen mit 3:1 und 4:1 an die Oberallgäuer. 

Im Kemptener Illerstadion tat sich der FCS zunächst schwer ins Spiel zu kommen. „Nach 20 Minuten hatten wir uns aber gefangen. Bis zur Pause haben wir dann eine richtig gute Leistung gezeigt und gleich mehrere Top-Chancen zur Führung gehabt“, sagte Spielertrainer Andreas Hindelang hinterher und gab selbstkritisch zu, dass er seine Möglichkeit einfach machen muss. Da auch Linus Eberle und Phillip Simon nicht trafen, ging es mit 0:0 in die Kabine. Einzige nennenswerte Torchance von Kempten war bis dahin der Schuss von Ivan Buric, den TW Marco Zettler sicher parierte.

In der zweiten Halbzeit rieben sich beide Mannschaften bei dem einsetzenden Regen zunächst im Mittelfeld auf. Ein finaler Pass in die Spitze wollte zunächst nicht gelingen, da beide Abwehrreihen alles wegverteidigten. Was dann doch mal durchkam wurde eine sichere Beute der Torhüter. Erst in der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst knallte Kemptens Kenta Watari einen Freistoß ans Lattenkreuz der Gäste. Quasi im Gegenzug über Simon und Musa Youssef gab es Foulelfmeter, den Youssef (90.) zur Sonthofer Führung verwandelte. In der Nachspielzeit schlugen die Hausherren zurück. Nach einer Ecke traf Ahmed Mekhimar zum 1:1. Das war’s aber noch nicht. Der FCS warf nochmal alles nach Vorn, erhielt ebenfalls einen Eckball, den Youssef nach innen brachte und Tim Lorenz zum vielumjubelten 2:1 versenkte. 

Die Hausherren befinden sich so langsam im Aufwind und kommen immer besser in Fahrt. Die Leistungskurve der jungen Truppe zeigt nach Oben. Es wächst da was zusammen und die Entwicklung geht voran. Nach dem 2:1 Derbysieg in Kempten stand in den vergangenen beiden Tagen unter Anderem regenerieren und Kräfte sammeln auf der Tagesordnung. Das könnte spielentscheidend werden. Beim engen Derby in Kempten habe der FCS hinten raus den größeren Siegeswillen gezeigt, sagt Spieler-Trainer Andreas Hindelang. „Nach dem Ausgleich haben sich die Spieler nochmal aufgebäumt, sofort wieder in die Spitze gespielt und versucht den Sieg zu erzwingen“. Das sei genau das, was seinem Team vielleicht in den ersten beiden Punktspielen etwas gefehlt habe. „Wir gehen wirklich „step by step“ in die richtige Richtung. Man merkt das von der ganzen Mannschaft. „Trainer-Kollege Oleg Weber hat das nach dem Derby im Kreis genau richtig gesagt: Wenn man vom Platz runter läuft und einem tut alles weh, dann hat man alles richtig gemacht“. Der erste Sieg in der noch jungen Saison sollte der Mannschaft für die nächsten Aufgaben weiteres Selbstbewusstsein gegeben haben. Die Stimmung im Team sei bestens. Nun gelte es diesen Aufschwung mitzunehmen und sofort nachzulegen, sagt Hindelang. Die Liga sei bis jetzt richtig ausgeglichen, sodass ein jeder jeden schlagen kann. Der Coach erwartet gegen Stätzling ein wahnsinnig schwieriges Spiel. Die Gäste holten zuletzt mit 3:0 gegen den FV Illertissen II ihre ersten drei Punkte. „Ich glaube, dass viele Gegner gegen uns als Bayernliga-Absteiger besonders motiviert sind und wir zum Favoriten abgestempelt werden. Wenn dem so ist, müssen wir diese Rolle auch annehmen. Ganz wichtig wird allerdings sein, wie wir damit umgehen und dass wir vor allem bei uns bleiben, das abrufen was wir können und unser Spiel durchziehen“. Stätzling werde sicher alles versuchen in Sonthofen was mitzunehmen. „Das wollen wir verhindern und streben den nächsten Dreier an“.