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1.FC Sonthofen – SSV Niedersonthofen (Samstag)

1.FC Sonthofen – SSV Niedersonthofen (Samstag)

(von Dieter Latzel)

Nach dem Derby ist vor dem Derby. Erstmals in einem Punktspiel der Landesliga-Südwest kommt es am heutigen Samstag zum Aufeinandertreffen zwischen dem gastgebenden 1.FC Sonthofen (10./7) und dem SSV Niedersonthofen (4./15). Das Interesse für dieses Nachbarschafts-Derby dürfte groß sein. Deshalb könnte es in der Baumit-Arena zu einer großen Kulisse kommen, die diesen „Premiere-Knaller“ sehen wollen. Der Anpfiff ist um 18.00 Uhr. Beide Kontrahenten werden versuchen in die Erfolgsspur zurückzufinden, denn sie gingen am vergangenen Dienstag als Verlierer vom Platz.

Der 1.FC Sonthofen muss derzeit kleinere Brötchen backen und ist in der aktuellen Saisonphase nicht zu beneiden. Die Liste der Ausfälle sowie der angeschlagenen Spieler wird länger und länger. Zuletzt erwischte es bei der 1:3 Niederlage gegen den FC Memmingen II Johnny Martin, der zur Pause verletzt runter musste. Auch Tim Lorenz, dessen Zweikampf der Unparteiische nach einer Viertelstunde unter großem Protest der Gastgeber als Notbremse wertete und mit Rot bestrafte, steht nicht zur Verfügung. Von der etatmäßigen Abwehrkette bleibt nur noch Jannik Holzapfel übrig. Weil mit Phillip Simon, Benedikt Buchberger und Diar Blaku weitere Defensivspieler verletzt sind, wird es langsam eng. Der FCS will sich von dem unglücklichen Spielverlauf gegen Memmingens Reserve nicht runterziehen lassen. Hoffnung macht, dass die Kreisstädter, trotz etlicher Entscheidungen gegen sie und zweimaliger Unterzahl, bis zur Nachspielzeit auf den Ausgleich drängten. Daraus gilt es Kraft zu schöpfen, denn die Moral ist Intakt. Entgegen kommen könnte den Sonthofern auch, dass sie nicht als Favorit in dieses Derby gehen. Die Niso-Boys hatten den wesentlich besseren Saisonstart und konnten bis jetzt mehr als doppelt so viele Punkte wie der Bayernliga-Absteiger sammeln. Zuletzt setzte es für den SSV beim SV Illertissen II allerdings eine 1:3 Niederlage. Spielertrainer des Aufsteigers ist Felix Thum, der auch schon das Sonthofer Trikot trug. Überhaupt kommt es zum Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern. Im Kader der Gäste stehen nicht weniger als 8 ehemalige Sonthofer. Sechs davon begannen zuletzt in der Startelf.

„Natürlich ist es ein besonderes Spiel“, sagt FCS-Trainer Oleg Weber. „Wir müssen uns jetzt nach der Niederlage gegen Memmingen II den Mund abwischen, aufstehen und positiv in Richtung Niedersonthofen schauen“. Weber wollte seinen Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen und eher ein Kompliment weitergeben, denn trotz zwei Mann in Unterzahl habe sich seine Mannschaft aufgebäumt und richtig gut mitgespielt. „Die Moral war unglaublich gut“. Trotzdem sei es echt schwer gewesen, diese Pleite und alles was da so passiert ist zu verdauen. „Wir haben diese Woche gegen Niedersonthofen gleich wieder zu Hause die Chance zu punkten. Ich hoffe, dass uns das auch gelingt“. Dem Coach ist nicht entgangen, dass beim Gegner die Aufstiegseuphorie weiter zu erkennen sei. Das spiegelt sich auch in der Tabelle wider. „Sie spielen eine super Rolle, haben eine gute Qualität im Kader und sind eingespielt“. Weber weiter: „Wir sind dagegen noch etwas in der Findungsphase. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, aber auf einem guten Weg. Wir schauen dem Aufeinandertreffen positiv entgegen und freuen uns alle auf das Derby“. Der Sonthofer Coach muss seine Startformation erneut umbauen. „Jetzt bekommen halt die Jungs eine Chance, die noch nicht zu oft zum Zug gekommen sind. Da habe ich vollstes Vertrauen“.

Auch Offensivkraft Markus Notz hofft auf eine Trotzreaktion seines Teams und dass keiner mehr einen Gedanken an die vergangene Niederlage verschwendet. „Auf Grund der Art und Weise, wie wir zuletzt verloren haben, wird ein bisschen Wut im Bauch sein“. Der Edeltechniker glaubt fest daran, dass seine Mannschaft gerade in so einem Derby voll fokussiert ist und die nötige Mentalität besitzt um alles rauszuhauen. „Es wird sich keiner zu schade sein bis an die Schmerzgrenze zu gehen und versuchen sich über gewonnene Zweikämpfe Vorteile zu verschaffen“. Solche Situationen seien das Salz in der Suppe und kommen in emotionsgeladenen Derbys oft vor. „Wir sind in den vergangenen Wochen trotz einiger Misserfolge immer mehr zusammengewachsen und jedenfalls bereit. Wir spielen auf Sieg“.